
Dieses Buch, das um 1710 von einem jungen Schreiber
namens Tashiro Tsuramoto verfasst wurde, ist ein prakti-
scher und spiritueller Leitfaden für japanische Krieger,
der die Gedanken und Lehren von Jocho Yamamoto wie-
dergibt. Sie blieben jahrelang geheim. Dieses Buch ist für
mich in diesem Satz zusammengefasst:
Zwischen Leben und Tod wähle ich den Tod, weil er mich
zwingen wird, mit Sorgfalt und Respekt zu leben, wenn
ich mich für das Leben entscheide, es gehen lasse, nichts
tue, werde ich mich selbst sterben lassen.
Und das ist es, was wir in dieser Zeit leben nennen.
Unsere Politiker haben das Leben gewählt, dem sollen
wir »stillschweigend« folgen. »Dieses Nichtleben« – wird
die Ursache unseres Todes sein. Um einige wenige Men-
schen am Leben zu erhalten, die sowieso sterben werden,
zwingen sie uns, nicht mehr zu leben und nicht dafür zu
sorgen, so sollen wir uns einbilden, dass wir »freie und
verantwortungsbewusste Menschen« sind.
Seit über sechs Monaten »hören wir« nur zwei Denk- und
Sprechweisen.
Es gibt diejenigen, die der medizinischen und wissen-
schaftlichen Welt angehören, und die jedes Mal, wenn sie
sprechen, alarmierend sind und uns sagen, dass es
schrecklich ist: Es gibt viele Todesfälle, viele Kranke und
vor allem diese Botschaft, die wir jeden Tag tausendmal
am Tag hören: »Das Virus zirkuliert, also schützt euch.
Besonders, wenn wir in der Nähe sind, nähern wir uns
nicht«. Und Scheiße, sie infantilisieren uns seit Monaten
und halten uns für Idioten. Und all dieses schöne Gerede
ist nur deshalb so, weil wir leider nicht mehr die Mittel haben, alle zu behandeln. Aber es war schon immer
so, dass es reiche Leute, wie unsere Präsidenten gibt,
die zwanzig Ärzte an ihrer Seite haben, und die an-
deren, die zustimmen müssen, zu sterben, weil die
Entscheidungen dieser Leute, die nie etwas riskieren,
ohne Urteilsvermögen getroffen werden. Alle wer-
den in den gleichen Korb gelegt, ohne die Individua-
lität zu achten, ohne zu wissen, wer dort wer ist.
Und es gibt Menschen, die mit dem Risiko leben
wollen, sie akzeptieren die Risiken. Es gibt Men-
schen, die sehen, wie sich ihr Lebensstil verschlech-
tert und sich ihr Leben in eine lange Tortur von Freiheit verlängern, so zu leben und zu sterben, wie
man es will. Es gibt keine Freiheit mehr, wir müssen
immer die Zustimmung eines Richters, eines Arztes
haben, und das wird dazu führen, dass wir nichts
weiter als gehorsame Schafe sind und vor allem kei-
ne Meinungen mehr äußern, die im Widerspruch zu
dem stehen, was die Gesellschaft denkt.
Ich habe keinen Zweifel, dass dieses Virus gefährli-
cher ist als viele andere, aber ist es einzigartig?
Stammt es von einem armen afrikanischen Tier, das
nur die Chinesen roh essen? Oder ist es die Frucht
menschlicher Arbeit für militärische Zwecke, um Be-
völkerungen zu vernichten, die monströsen Tyran-
nen feindlich gesinnt sind? Wir werden es nie
erfahren, es ist ein Staatsgeheimnis, das nur die
Mächtigen kennen. Zu den Mächtigen zähle ich Poli-
tiker und die Presse, die den Entscheidungen unserer
Führer verfolgen.
Eine andere Sache, die ich ändern möchte, ist unser
Motto:
FREIHEIT, GLEICHHEIT,
BRÜDERLICHKEIT,
das man auf allen Giebeln der Rathäuser geschrieben
sehen kann. Dafür haben wir eine Revolution ge-
macht, und eine Revolution bedeutet leider auch
Kollateralschäden. Wie viele ungerechte Tode, um
das zu erreichen, was wir heute sind. Und wir sind mit
diesem Motto aufgewachsen, und jedes Mal, wenn
wir sprechen, gibt es immer diesen Refrain: Wir sind
frei, wir sind gleich ((berechtigt)) und wir sind Brüder.
Ich glaube nicht mehr daran. Freiheit, der Staat
nimmt sie uns jeden Tag weg: Rauchverbote, Ge-
schwindigkeitskontrollen, kein Trinken, keine Dro-
gen. Ahh nein, kein Trink- und Rauchverbot, denn der
Staat verdient seinen Lebensunterhalt damit. Dann
gibt es die »wütenden Vegetarier«, die die Metzgerei-
en zerstören, dann gibt es die Fundamentalisten aller
Religionen, die ihre Prinzipien über die republikni-sche Herrschaft stellen. Gleichheit gab es nie, es gab
immer die Mächtigen, die auch noch durch die
kleinsten Risse schlüpften. Die Schere zwischen den
sehr Reichen und den sehr Armen vergrößert sich
immer weiter.
All diese hochrangigen Beamten, die in einer Blase
leben und keinen Kontakt zu den unteren Schichten
haben. Diese Menschen wollen nur von unseren
Steuern leben und tun nichts, um uns zu helfen. Hier
bin ich ein wenig unfair, es gibt viele Menschen gu-
ten Willens, aber ihr Wille wird durch den verschärf-
ten Zentralismus der hohen Beamten kontrolliert.
In den letzten Tagen habe ich mehrere Polizeibeamte
sagen hören: »Wir haben viel Pädagogik gemacht,
jetzt stellen wir Strafzettel aus, Pädagogik habe ich
noch nie gesehen, aber das Ausstellen, ja, dass sehe
ich jeden Tag«. Das ist auch das Problem unseres Lan-
des, es ist immer die Androhung einer Geldstrafe –
»nur für unsere Sicherheit«. Sie bemerken, dass die
Blitzer und Bußgelder »nur zu unserer Sicherheit die-
nen« und nicht um uns noch ärmer machen zu wol-
len.
Und für mich sind es all diese Probleme, die unser
Aikidō infiziert haben. Wir dürfen in der Tat nicht
mehr hart trainieren, sonst werden wir als schlecht
Aikidō wird für mich eine Aktivität sein,
die einen physischen, also menschli-
chen Kontaktaufrechterhalten wird …
und gefährlich bezeichnet. Wir müssen vorsichtig
sein und für unsere Sicherheit vorsichtig nach außen
werfen. Uke weiß bereits, wie er sich entsprechend
der Technik, die angewandt wird, oder entsprechend
dem Partner, mit dem er arbeitet, verhalten muss.
Tori weiß auch, was er tun wird, wenn Uke